Martin Luther – Über Joh. 14,6

Die Wege, die außer Christo sind, darauf man zum Vater kommen oder zur göttlichen Majestät hinaufsteigen wollte, das sind lauter jähe Oerter, auf welchen Niemand wohl stehen kann, sondern bald herunter fallen muß. Wer aber Christum, den Weg, die Wahrheit und das Leben, also erkannt und in sein Herz gepräget hat, der kann hernach sicher zum Vater aufsteigen und mit ihm zu thun haben. Denn wenn es betrifft den großen Sprung in’s ewige Leben, durch Sünd und Tod, Teufel und Hölle, zur ewigen Gerechtigkeit, das ist, zu Gott, Leben und Himmmel kommt, da gehört dieser Text her, der uns lehre, daß kein anderer Weg noch Steg, Brücke, Pfort und Ueberfahrt sei, denn dieser einige Christus.

Es ist die Summe dieses Spruchs auf’s Einfältigste gesagt, so viel als: Ergreife durch den Glauben Jesum Christum, so bist du auf dem rechten Wege; folge ihm nach in der Liebe, so wird das Licht der Wahrheit dir immer heller aufgehen; harre aus bei ihm in der Hoffnung auf seine Verheißung, so bist du selig schon hier, denn du hast das wahre, ewige Leben.

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