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Kategorie: Bernhard von Clairvaux

Bernhard von Clairvaux – Knechtschaft

Bernhard von Clairvaux – Knechtschaft

Der Mensch war ursprünglich frei geschaffen, aber, nachdem die Sünde gekommen ist, hat sich sein Zustand sehr verändert. Die Seele, welche nach eigener Bestimmung fiel, kann sich nicht wieder von selbst erheben und will sich nicht wieder erheben, weil sie in eitle Liebe versunken ist. Sie kann die Sünde nicht lassen und kann sich doch auch ihretwegen nicht entschuldigen. So herrscht nun hier ein Zwang, der sich stets selber macht, eine Gewalt, die drückend schmeichelt und schmeichelnd drückt, eine Last,…

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Bernhard von Clairvaux – Hunger und Durst nach Gerechtigkeit

Bernhard von Clairvaux – Hunger und Durst nach Gerechtigkeit

Eine starke Hungersnoth ist auf Erden eingetreten, den unvernünftigen Thieren sind wir gleich geworden, essen Träber und werden nicht satt. Wer Geld liebt, wird nicht satt, wer Schwelgerei liebt, wird nicht satt, wer Ruhm sucht, wird nicht satt. Ihr thörichten Kinder Adams, indem ihr das Viehfutter dieser Welt genießet, stärket ihr ja nicht die hungrige Seele, sondern den Hunger selber. Und daß ich es euch durch ein Beispiel klar mache, indem ich eins von den Dingen nenne, wonach die Eitelkeit…

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Bernhard von Clairvaux – Die Entschlafenen

Bernhard von Clairvaux – Die Entschlafenen

Daß wir uns der selig Entschlafenen erinnern, geschieht zur Förderung und Erbauung des Herzens. Unsere Gedanken an sie gleichen Funken, durch welche unsere Seelen gehoben und entzündet werden. Und warum sind wir nun noch trag und lässig, uns in Seufzern und Liebesgluth emporzuschwingen? Es erwartet uns die Gemeinde der Erstgebornen, es verlangen nach uns die Heiligen, es hoffen auf uns die Gerechten. Lasset uns aufstehen vom Schlafe, lasset uns suchen und eilen! Ach es ist wohl schon hier schön zu…

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Bernhard von Clairvaux – Die Kirche

Bernhard von Clairvaux – Die Kirche

Von dem Zustande und der Vollendung der Kirche hängt das Ende aller Dinge ab. Nicht eher wird Gottes Lob in höchster Weise gepriesen werden, als bis alle Heiligen kommen und im Angesichte der Engel singen: Wir freuen uns der Tage, da Du uns geschlagen, der Jahre, da Du uns hast leiden lassen! Solche Art des Frohlockens lernt der Himmel nur durch die Söhne der Kirche kennen. Es kann nur sein, wo es vorher gefehlt hat. Erwünscht kommt nach der Traurigkeit…

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Bernhard von Clairvaux – Gottes Wille

Bernhard von Clairvaux – Gottes Wille

Einst wird uns nicht so sehr dieß erfreuen, daß unser Kummer gestillt und großes Glück uns zu Theil geworden, als vielmehr, daß Gottes Wille in uns und an uns in Erfüllung gegangen; darum wir auch täglich im Vaterunser bitten, wenn wir sprechen: Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden! O heilige und keusche Liebe, o süße und liebliche Empfindung! O reines und ungetrübtes Leben des Willens, wo Nichts mehr von Eigenheit zurückgeblieben ist! So sein heißt Gott…

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Bernhard von Clairvaux – Ewigkeit

Bernhard von Clairvaux – Ewigkeit

O seliges Land der himmlischen Heimath, wo der dreieinige Gott von Angesicht zu Angesicht geschaut wird, wo jene erhabenen Engelschaaren unter tiefem Rauschen der Flügel zu rufen nicht aufhören: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth! in dir ist Wonne, in dir ist Licht, in dir ist Reichthum, in dir ist Friede, in dir ist anbetendes Staunen. O hohes Land, aus dem Thale der Thränen seufzen wir zu dir empor, da Gott Alles in Allen sein, da die enthüllten Wunder…

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Bernhard von Clairvaux – Gott sehen

Bernhard von Clairvaux – Gott sehen

Du siehst die Sonne nicht wie sie ist, sondern wie sie scheint in die Luft, auf den Berg, an die Wand. Du könntest auch dieß nicht, wenn nicht dein Auge irgend welche Verwandtschaft mit ihr hätte. So kann auch der Erleuchtete die himmlische Sonne der Gerechtigkeit, wie sie leuchtet, schon ans Erden sehen, aber noch nicht, wie sie ist. Hier wechseln die Formen, unter denen sich der Herr zeigt, einst aber werden wir ihm gleich sein und ihn sehen, wie…

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Bernhard von Clairvaux – Dreifache Eitelkeit

Bernhard von Clairvaux – Dreifache Eitelkeit

Einer dreifachen Eitelkeit ist hier die Creatur unterworfen. Die Vernunft leidet an Irrthümern, der Wille an Leidenschaften, das Gedächtniß an Vergessenheit. Einst soll es anders sein. Der Herr wird für die Vernunft die Fülle des Lichts, für den Willen der Reichthum des Friedens, für das Gedächtniß die Länge der Ewigkeit sein. O Wahrheit, o Liebe, o Ewigkeit! O selige und beseligende Dreieinigkeit, zu Dir seufzt dein verderbtes Abbild empor, da es in so trauriger Fremde weilt und sich mit Irrthum,…

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Bernhard von Clairvaux – Auferstehung

Bernhard von Clairvaux – Auferstehung

Er selber, der Herr Zebaoth, der Herr der Herren und der König der Könige, wird einst herabsteigen, um unsere sterblichen Leiber lebendig und seinem verklärten Leibe ähnlich zu machen. Welche Feierlichkeit, welcher Jubel, wann der Schöpfer der Welt, der einst zur Rettung unserer Seelen niedrig und verborgen kam, um dich, o armes Fleisch, zu verherrlichen, in seiner Glorie und Majestät erscheinen wird! Wer mag ihn denken, jenen Tag der Wiederkunft, wo er herabfahren wird, vom ewigen Lichte umflossen! wo die…

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