Browsed by
Kategorie: Kierkegaard Sören Aabye

Kierkegaard, Sören Aabye – Über Mystiker

Kierkegaard, Sören Aabye – Über Mystiker

Meiner Meinung nach kann man den Mystiker von einer gewissen Zudringlichkeit in seinem Verhältnis zu Gott nicht freisprechen. Daß ein Mensch Gott lieben soll von ganzer Seele und mit seinem ganzen Denken, ja, daß er es nicht nur soll, sondern daß es die Seligkeit selbst ist, es zu tun, wer wollte das leugnen? Daraus folgt jedoch keineswegs, daß der Mystiker das Dasein, die Wirklichkeit, in die Gott ihn gesetzt hat, verschmähen soll; denn damit verschmäht er eigentlich Gottes Liebe oder…

Weiterlesen Weiterlesen

Kierkegaard, Sören Aabye – Christi Opfer – unsere Schuld

Kierkegaard, Sören Aabye – Christi Opfer – unsere Schuld

Christi unschuldiger Opfergang ist noch nicht vorüber, ob auch der Kelch des Leidens geleert worden ist; ist nicht ein Vergangenes, obwohl es achtzehnhundert Jahre her ist, ist es noch nicht geworden, sogar wenn seitdem achtzehntausend Jahre vergangen sind. Es ist nicht bloß jene Generation gewesen, die ihn gekreuzigt: Es ist das Menschengeschlecht gewesen, und zu diesem gehören doch auch wohl wir, wenn anders wir Menschen sind, und so sind wir denn wohl gegenwärtig beteiligt, wenn anders wir Menschen sind. Wir…

Weiterlesen Weiterlesen

Kierkegaard, Sören Aabye – Altersstufen des Glaubens

Kierkegaard, Sören Aabye – Altersstufen des Glaubens

Luthers Lehre vom Glauben bezeichnet recht eigentlich die Wandlung vom Jüngling zum Mannesalter; seine Lehre vom Glauben ist die Religiosität des Mannesalters. Dem Jüngling scheint das Ideal noch erreichbar, wenn man nur redlich und mit äußerster Kraft strebt; es gibt, wenn ich so sagen darf, ein kindliches, ebenbürtiges Verhältnis zwischen mir und dem Vorbild, wenn ich nur mit äußerster Kraft will. Hierin liegt die Wahrheit des Mittelalters. Man hatte die fromme Zuversicht, es wirklich erreichen zu können, wenn man alles…

Weiterlesen Weiterlesen

Kierkegaard, Sören Aabye – Schweigen tut not

Kierkegaard, Sören Aabye – Schweigen tut not

Betrachtet man — wozu man vom christlichen Standpunkt aus gewiß berechtigt ist — den jetzigen Zustand der Welt und das ganze Leben, so müßte man sagen: es ist eine Krankheit. Wenn ich Arzt wäre und mich einer fragte: „Was meinst du, muß getan werden?“, so würde ich antworten: „Das erste, was getan werden muß, und die unbedingte Voraussetzung dazu, daß überhaupt etwas getan werden kann, ist: schaffe Schweigen! gebiete Schweigen! Gottes Wort kann ja nicht gehört werden, und wenn es…

Weiterlesen Weiterlesen

Kierkegaard, Sören Aabye – Von der Entschärfung bis zur Abstumpfung ist es nicht weit

Kierkegaard, Sören Aabye – Von der Entschärfung bis zur Abstumpfung ist es nicht weit

„Nimm die Heilige Schrift, schließe die Tür hinter dir zu – nimm dann aber zehn Wörterbücher, fünfundzwanzig Auslegungen: so kannst du die Heilige Schrift ebenso ruhig und ungeniert lesen, wie du den Lokalanzeiger liest. Fällt es dir dann – wunderlicherweise – gerade, wenn du so recht schön dasitzt und eine Stelle liest, zwischendurch ein: „Hab ich dies getan, handle ich hiernach?“ (natürlich nur in Geistesabwesenheit, in einem zerstreuten Augenblick, da du nicht mit dem gewohnten Ernste gesammelt bist, kann dir…

Weiterlesen Weiterlesen

Kierkegaard, Sören Aabye – Unbegrenzte Möglichkeiten

Kierkegaard, Sören Aabye – Unbegrenzte Möglichkeiten

Bei Gott ist alles möglich. Dies ist ewig wahr und also wahr in jedem Augenblick. Man sagt es so zum täglichen Gebrauch, aber die Entscheidung ist, wenn der Mensch bis zum Äußersten gebracht ist, so daß menschlich gesprochen keine Möglichkeit mehr ist. Da gilt es, ob er will glauben, daß für Gott alles möglich ist, also: ob er glauben will. Da siehst du, was glauben heißt: das Verstehen aufgeben, um Gott zu gewinnen. Denke dir einen Menschen, der mit dem…

Weiterlesen Weiterlesen

Kierkegaard, Sören Aabye – Über Liebe

Kierkegaard, Sören Aabye – Über Liebe

Was ist denn ein Mensch ohne Liebe? Doch gibt es vielerlei Arten von Liebe; ich liebe einen Vater anders als eine Mutter, meine Ehefrau wiederum anders, und jede verschiedene Liebe hat ihren verschiedenen Ausdruck; es gibt aber auch eine Liebe, mit der ich Gott liebe, und diese hat in der Sprache nur einen Ausdruck, nämlich: Reue. Wenn ich ihn nicht so liebe, so liebe ich ihn nicht absolut, nicht aus meinem innersten Wesen, jede andere Liebe zum Absoluten ist ein…

Weiterlesen Weiterlesen

Kierkegaard, Sören Aabye – Seid nicht arglistig

Kierkegaard, Sören Aabye – Seid nicht arglistig

Es ist menschlich, Gott zu bitten, er möge Geduld haben, wenn man nicht also gleich kann, was man soll, jedoch so, dass man gelobt, danach zu streben. Es ist menschlich, Gott zu bitten, er möge Mitleid haben, dass einem die Forderung zu hoch ist: will es kein anderer von sich gestehen, ich gestehe, ich tue so. Aber das ist doch nicht menschlich, der Sache eine ganz andere Wendung zu geben, dass ich listig, immer eine Lage über der anderen, Auslegung…

Weiterlesen Weiterlesen

Kierkegaard, Sören Aabye – Gibt es eine absolute Pflicht gegen Gott?

Kierkegaard, Sören Aabye – Gibt es eine absolute Pflicht gegen Gott?

Das Ethische ist das Allgemeine und als solches wiederum das Göttliche. Man hat deshalb recht zu sagen, daß jede Pflicht im Grunde Pflicht gegen Gott ist; aber wenn man nicht mehr sagen kann, so sagt man zugleich, daß es eine Pflicht gegen Gott eigentlich nicht gibt. Die Pflicht wird Pflicht dadurch, daß ich sie auf Gott beziehe; aber durch die Pflicht selbst trete ich in kein Verhältnis zu Gott. So ist es z. B. Pflicht, seinen Nächsten zu lieben. Es…

Weiterlesen Weiterlesen

Kierkegaard, Sören Aabye – Der Missbrauch der Gelehrsamkeit

Kierkegaard, Sören Aabye – Der Missbrauch der Gelehrsamkeit

Trauriger Mißbrauch der Gelehrsamkeit! Daß es den Menschen so leicht gemacht wird, sich derart selbst zu betrügen! Denk dir ein Land. Es geht ein königliches Gebot aus an alle Beamten und Untertanen, kurz an die ganze Bevölkerung. Was geschieht? Es geht mit allen eine merkwürdige Veränderung vor: alles verwandelt sich in Ausleger, die Beamten verfassen Schriften, jeden Tag erscheint eine Auslegung, die eine immer gelehrter, scharfsinniger, geschmackvoller, tiefsinniger, einfallsreicher, wundervoller, schöner und wunderbar schöner als die andere; die Kritik, welche…

Weiterlesen Weiterlesen