Kohlbrügge, Hermann Friedrich – Leer sein

Kohlbrügge, Hermann Friedrich – Leer sein

„Sind wir ledig Krüge (Richter 7,16), zerbrechen wir uns selbst angesichts der Feinde, so werden wir erfahren, daß wir glauben und also nicht ledig sind, wiewohl wir ledig sind. Mit dem Vollen kann der HErr nichts ausrichten, mit dem Ganzen auch nichts, mit dem Leeren, mit dem Zerbrochenen tut er große Taten“.

Kohlbrügge, Hermann Friedrich – Gottes Führung

Kohlbrügge, Hermann Friedrich – Gottes Führung

„Gott führt seine Heiligen wunderbar. Verheißt er ihnen Raum, so werden sie eingeengt; verheißt er den Frieden, so wird die Seele in uns, ach, so unruhig; verheißt er den Segen, so scheinen alle Flüche auf uns zu kommen; verheißt er Ehre, so muß man schreien: Laß mich nicht beschämt werden! Verheißt er Gnade, so scheint er seinen Zorn über uns ausgegossen zu haben; verheißt er Heiligung, so beginnt die Sünde wie nie zuvor in uns zu wüten usw., dennoch ist…

Weiterlesen Weiterlesen

Kohlbrügge, Hermann Friedrich – Das Evangelium

Kohlbrügge, Hermann Friedrich – Das Evangelium

„Das Evangelium setzt alles ganz anders, als Fleisch es setzt. So predigt das Evangelium: Ist es verloren, so ist es gerettet. Hast du Sünde, so hast du sie nicht; bebst du vor dem Gericht, so kommst du nicht in das Gericht; bist du tot, so hast du mich als dein Leben; bist arm, ich bin dein Reichtum; klagst du dich selbst an, so bist du freigesprochen; netzest du dein Kopfkissen mit Tränen, so freuen sich um deinetwillen die Engel Gottes…

Weiterlesen Weiterlesen

Kohlbrügge, Hermann Friedrich – Glauben

Kohlbrügge, Hermann Friedrich – Glauben

„Das fleischlich sein mit allem, was daraus hervorkommt, wird uns nichts anhaben, uns nicht beherrschen, uns nicht überwinden, wenn wir als Gnadenlose Gnade glauben, als Ungerechte Gerechtigkeit glauben, als Tote ewiges Leben glauben, als Machtlose Kraft glauben, als Unwürdige an Barmherzigkeit festhalten“.

Kierkegaard, Sören Aabye – Über Mystiker

Kierkegaard, Sören Aabye – Über Mystiker

Meiner Meinung nach kann man den Mystiker von einer gewissen Zudringlichkeit in seinem Verhältnis zu Gott nicht freisprechen. Daß ein Mensch Gott lieben soll von ganzer Seele und mit seinem ganzen Denken, ja, daß er es nicht nur soll, sondern daß es die Seligkeit selbst ist, es zu tun, wer wollte das leugnen? Daraus folgt jedoch keineswegs, daß der Mystiker das Dasein, die Wirklichkeit, in die Gott ihn gesetzt hat, verschmähen soll; denn damit verschmäht er eigentlich Gottes Liebe oder…

Weiterlesen Weiterlesen

Kierkegaard, Sören Aabye – Christi Opfer – unsere Schuld

Kierkegaard, Sören Aabye – Christi Opfer – unsere Schuld

Christi unschuldiger Opfergang ist noch nicht vorüber, ob auch der Kelch des Leidens geleert worden ist; ist nicht ein Vergangenes, obwohl es achtzehnhundert Jahre her ist, ist es noch nicht geworden, sogar wenn seitdem achtzehntausend Jahre vergangen sind. Es ist nicht bloß jene Generation gewesen, die ihn gekreuzigt: Es ist das Menschengeschlecht gewesen, und zu diesem gehören doch auch wohl wir, wenn anders wir Menschen sind, und so sind wir denn wohl gegenwärtig beteiligt, wenn anders wir Menschen sind. Wir…

Weiterlesen Weiterlesen

Kierkegaard, Sören Aabye – Altersstufen des Glaubens

Kierkegaard, Sören Aabye – Altersstufen des Glaubens

Luthers Lehre vom Glauben bezeichnet recht eigentlich die Wandlung vom Jüngling zum Mannesalter; seine Lehre vom Glauben ist die Religiosität des Mannesalters. Dem Jüngling scheint das Ideal noch erreichbar, wenn man nur redlich und mit äußerster Kraft strebt; es gibt, wenn ich so sagen darf, ein kindliches, ebenbürtiges Verhältnis zwischen mir und dem Vorbild, wenn ich nur mit äußerster Kraft will. Hierin liegt die Wahrheit des Mittelalters. Man hatte die fromme Zuversicht, es wirklich erreichen zu können, wenn man alles…

Weiterlesen Weiterlesen

Kierkegaard, Sören Aabye – Schweigen tut not

Kierkegaard, Sören Aabye – Schweigen tut not

Betrachtet man — wozu man vom christlichen Standpunkt aus gewiß berechtigt ist — den jetzigen Zustand der Welt und das ganze Leben, so müßte man sagen: es ist eine Krankheit. Wenn ich Arzt wäre und mich einer fragte: „Was meinst du, muß getan werden?“, so würde ich antworten: „Das erste, was getan werden muß, und die unbedingte Voraussetzung dazu, daß überhaupt etwas getan werden kann, ist: schaffe Schweigen! gebiete Schweigen! Gottes Wort kann ja nicht gehört werden, und wenn es…

Weiterlesen Weiterlesen

Kierkegaard, Sören Aabye – Von der Entschärfung bis zur Abstumpfung ist es nicht weit

Kierkegaard, Sören Aabye – Von der Entschärfung bis zur Abstumpfung ist es nicht weit

„Nimm die Heilige Schrift, schließe die Tür hinter dir zu – nimm dann aber zehn Wörterbücher, fünfundzwanzig Auslegungen: so kannst du die Heilige Schrift ebenso ruhig und ungeniert lesen, wie du den Lokalanzeiger liest. Fällt es dir dann – wunderlicherweise – gerade, wenn du so recht schön dasitzt und eine Stelle liest, zwischendurch ein: „Hab ich dies getan, handle ich hiernach?“ (natürlich nur in Geistesabwesenheit, in einem zerstreuten Augenblick, da du nicht mit dem gewohnten Ernste gesammelt bist, kann dir…

Weiterlesen Weiterlesen

Kierkegaard, Sören Aabye – Unbegrenzte Möglichkeiten

Kierkegaard, Sören Aabye – Unbegrenzte Möglichkeiten

Bei Gott ist alles möglich. Dies ist ewig wahr und also wahr in jedem Augenblick. Man sagt es so zum täglichen Gebrauch, aber die Entscheidung ist, wenn der Mensch bis zum Äußersten gebracht ist, so daß menschlich gesprochen keine Möglichkeit mehr ist. Da gilt es, ob er will glauben, daß für Gott alles möglich ist, also: ob er glauben will. Da siehst du, was glauben heißt: das Verstehen aufgeben, um Gott zu gewinnen. Denke dir einen Menschen, der mit dem…

Weiterlesen Weiterlesen