Pregitzer, Johann Ulrich – Bekenntnis

Ich glaube und bekenne, daß mein alter Mensch, mein eigenes Leben, und was ich von Adam ererbt habe, mit Christo gekeuziget und zum Sterben verurtheil worden, ich übergebe es also freiwillig in den Tod, und will mich davon in der Kraft der neuen Geburt aus Gott geschieden halten, ja dem Willen des sündlichen Fleisches durch die im Glauben angezogene Kraft des Todes Jesu täglich, stündlich, und augenblicklich abzusterben mich befleißigen, so daß ich als ein im Glauben und in dem dadurch empfangenen heiligen Geist Wandelnder die sündlichen Lüste des Fleisches nicht vollbringe (Gal. 5, 16.17)

Emanuel von Swedenborg – Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Herrn Jesus Christus, den Schöpfer, Erlöser und Heiland, den alleinigen Gott des Himmels und der Erden, dessen Menschliche göttlich ist, und in welchem ist die göttliche Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist, eins dem Wesen und der Person nach. Ich glaube an die Heilige Schrift, das Wort Gottes, heilig und göttlich im Buchstaben und im Geiste, und die Quelle der Weisheit für Engel und Menschen.

Ich glaube an das neue Jerusalem, das in der Offenbarung verheißen ist und das jetzt von Gott aus dem Himmel herabsteigt, an die Wiedergeburt durch den Herrn, an ein Leben der Liebtätigkeit, an die Auferstehung des Menschen in einem geistigen Leibe, an das Gericht nach dem Tode und an ein ewiges Leben. Amen.

Bernhard von Clairvaux – Bekenntnis auf dem Sterbebett

Als Bernhardus sterben sollte, hat er gesagt: ich habe schlecht gelebt, und bekenne, daß ich durch mein Verdienst das Himmelreich nicht erlangen kann, aber mein Herr Jesus Christus hat das Himmelreich aus zweyerley Recht, einmal darum, weil ER der eingebohrne Sohn Gottes ist, – zum andernmal als Mensch durch das Verdienst seines Leidens; das erste Recht behält ER für sich, das andre aber schenkt ER mir; desselben Geschenks nehme ich mich an, und werde nicht zu schanden. Luther sagt in seinen Schriften, durch dieses Wort sey Bernhardus erhalten worden.

Alkuin – Bekenntnis

Ich glaube an Dich von ganzem Herzen, o König des Himmels und des Erdkreises Herr; ich verehre Dich als Vater, Sohn und Geist, dreifach den Personen, einig dem Wesen nach. Du bist der wahre, allmächtige Gott, unkörperlich, unsichtbar und unbegrenzter Natur. Nichts ist über Dir oder unter Dir, was größer wäre, als Du. Du bist allerseits vollkommen ohne Mängel, groß ohne Ausdehnung, ewig ohne Zeit, bist Leben ohne Tod, stark ohne Schwäche, wahrhaftig ohne Trug. Du bist ohne Raum überall gegenwärtig, ohne Theilung überall ganz, ohne Regung erfüllest Du Alles, ohne Bewegung übersteigest Du Alles, ohne Ruhe bleibest Du in Allem, ohne Bedürfniß schaffest Du Alles, ohne Mühe regierest Du Alles. Keinen Anfang hast Du und machst doch aller Dinge Anfänge, keine Veränderung trifft Dich und bringst doch alle Veränderungen hervor. In Deiner Größe bist Du unendlich, in Deiner Kraft allmächtig, in Deiner Güte unerreichbar, in Deiner Weisheit unerforschlich. Gerecht zeigst Du Dich in Deinen Gerichten, geheimnißvoll in Deinen Gedanken, wahrhaftig in Worten, heilig in Werken, reich an Mitleid, geduldig gegen Fehlende, gnädig gegen Reuige. Du bist immer dasselbe ewige und endlose Wesen, das kein Wille wandelt und keine Notwendigkeit vernichtet, das von keinem Unglück niedergebeugt und von keinem Glück erhoben wird. Nicht trägt Dir Vergessenheit Etwas davon, nicht bringt Dir Gedächtniß Etwas wieder; das Vergangene entschwindet Dir nicht, die Zukunft zieht Dir nicht entgegen. Nicht diente Dir ein Ursprung zum Anfang, nicht die Zeit zum Wachsthum, kein Zufall kann Dir ein Ende setzen; sondern vor der Zeit, in der Zeit und nach der Zeit lebest Du in Ewigkeit, und es ist Dir beständiges Lob und ewiger Ruhm, unvergleichbare Gewalt und immerwährende Herrschaft bis in die endliche und unermüdliche und unermeßliche Ewigkeit Amen!