Butzer, Martin – Über den Umgang mit Ketzern

„Die Landsverweisung ist nit christlich, denn die Leute, die eine Obrigkeit so schädlich findet, dass sie dieselben bei den Ihren nicht gedulden wolle, die kann sie mit keinerlei gutem Gewissen Anderen zuschicken oder zukommen lassen. Man mag sie ins Gefängnis legen, aber darin nützlich beschäftigen.“ (An den Grafen von Hanau-Lichtenberg)

„Auf diese Weise, wie auf dem Concilio zu Konstanz, will ich wohl glauben, dass man der Ketzer Nacken brechen kann, wären sie noch so hart, aber solches könnte ein Henker besser, und stünde ihm auch besser an als einem Bischof oder Diener Gottes, der durch das Wort Gottes mächtig sein soll, die Widerspenstigen zum Schweigen zu bringen.“ (Über die Hinrichtung der Ketzer)

 

Luther – Kein Ketzer läßt sich bereden

Kein Ketzer läßt sich bereden, daß er weiche von seinem gefaßten Wahn und Sinn, und gebe der Wahrheit göttlichen Worts die Ehre: Nein, sie sehen und hören nichts, wie Michel Stiefel, als er Anno 33 predigte, daß in demselbigen Jahre der jüngste Tag kommen sollte; der sah und hörte mich nicht. Es hat mir mein Leben lang kein Widersacher so böse Wort gegeben, als er.