Calvin – Der Nutzen des Gesetzes

Der Nutzen des Gesetzes ist dreifach, 1) zeigt es Gottes Gerechtigkeit und überzeugt uns von unsrer Sünde; 2) sagt es, wie Gott straft und mit dem Tod und dem Gericht droht; 3) ermahnt es beständig diejenigen, in welchen Gottes Geist schon lebt, und zeigt ihnen was recht sei. Das Gesetz ist den Faulen gar nötig; dem Fleische ist es wie eine Geißel, womit sie gleich einem schlaffen und faulen Esel angetrieben werden. Die Rechtfertigung durch die guten Werke wird aber nicht gelingen; nicht dass keine guten Werke geschehen sollen, nur muss man nicht seine Zuversicht auf sie setzen. Unsere Zuversicht ist, dass Christus uns gegeben worden.

Luther – Zehn Gebote

Ich bin ein neuer Schüler der zehn Gebote Gottes worden, werde nun wieder zu einem Kind und lerne sie von Wort zu Wort und sehe, dass es wahr ist, dass seine Weisheit ohne Zahl ist; und habe angefangen also zu urteilen, dass in den zehn Geboten das Evangelium aufs Kürzeste und im Evangelium die zehn Gebote aufs Reichlichste herausgestrichen werden, auch dass Christus alles das hat, was in Mose stehet, aber Moses nicht alles hat was Christus hat.

Luther – Über Johannes 3,16

Dieser Text ist mir herzlich lieb, denn bereits im l2ten Jahre meines Alters habe ich solche Worte zu meinem Leichentext erwählt, hat mich auch noch nicht gereut. Ich trete mit Freuden auf die Kanzel, so oft ich diesen edlen Spruch erklären und also mir selber die Leichenpredigt halten soll.

Michael Hahn

Wer sich elend fühlt, entweiche dem Licht nicht. Es muss alles geschieden werden, es stehe an, so lange es wolle. Muss uns nicht der Sünde Anfall in die wesentlichen Tugenden treiben und durch das Sündengefühl das Gegenteil in mir ausgeboren werden?