Caspar de Coligny – Aus einem Brief an seine Frau

Ich habe Vertrauen zu Gott, er wird sich seiner armen Kirche und dieses Königreiches erbarmen. Ich ermahne euch, daß ihr treu bei dem Evangelium verharrt; denn Gott hat uns erkennen lassen, daß es die whre udn sichere Speise des Himmels ist. Ich kann kein größeres Glück finden, als für den Namen Gottes zu leiden. Ihr möget nun von meinem Gefängnis oder Tod hören – steht fest und lasset das Kind, welches Ihr unter dem Herzen tragt, durch die Diener des göttlichen Wortes taufen, und eher leidet selbst den Tod, als daß ihr duldet, daß es durch den Aberglauben der römischen Kirche befleckt wird.

Francois de la Motte Fenelon – Brief an Ludwig XIV. (Auszug)

Majestät, Sie sind geboren mit einem geraden, gerechten Sinn, aber ihre Erzieher haben Ihnen als einzige Regierungsweisheit Mißtrauen und Eifersucht, Furcht vor jedem glänzenden Verdienst, Vorliebe für geschmeidig, kriechende Menschen, Hochmut und ausschließliche Sorge für das eigene Interesse eingeprägt. Alle alten Staatsgrundsätze sind erschüttert oder umgestürzt worden, um ihre Autorität auf den höchsten Gipfel zu erheben. Sie lieben Gott nicht. Sie haben nur eine knechtische Furcht vor ihm. Die Hölle – und nicht Gott fürchten Sie. Ihre Religion besteht in Aberglauben, in kleinlichen, äußeren Zeremonien. Sie lieben nur Ihren Ruhm und Ihre Bequemlichkeit. Sie beziehen alles auf sich, wie wenn Sie der Gott auf Erden wären und alles andere nur dazu erschaffen wäre, Ihnen aufgeopfert zu werden.

Nathan Söderblöm – An seine Studenten

Setzen Sie ihre Studien fort, ohne Furcht, bei jemandem Unbehagen zu erregen! Ich beglückwünsche Sie, Daß Sie mit einem Amos, Hosea, Jesaja, Jeremia, Paulus, Augustin, Franziskus, Luther, Pascal, Kierkegaard umgehen dürfen. Und hoch über ihnen allen der Meister, Jesus Christus, der Herr, der vor unseren Blicken wächst, je näher wir ihm kommen. Ihn sollt Ihr Euren Brüdern zeigen, die Ihr dadurch befreit seid, daß Ihr Euch seinem Joch unterworfen habt. Das Menschenherz soll Euch in der Religionsgeschichte sein innerstes Geheimnis verraten: die Sehnsucht nach Gott. … Aber Ihr werdet mehr finden. Ihr werdet Augen finden, die selbst den himmlischen Glanz gesehen haben, und Ihr werdet Zungen hören, die von seiner Herrlichkeit reden können.