Spurgeon, Charles Haddon – Die Früchte des Heiligen Geistes

Früchte des Heiligen Geistes

Wie reich wären doch die Segnungen, wenn wir alle erfüllt würden mit dem Heiligen Geist! Es wäre ganz unmöglich, die unendliche Fülle von Früchten solcher Heiligung aufzuzählen. Leben, Trost, Licht, Reinheit, Kraft, Friede und noch so viele andere Gnadenschätze sind überhaupt nicht zu treffen von der beseligenden Gegenwart des Heiligen Geistes. Gleich dem heiligen Öl salbt er das Haupt der Gläubigen, sondert ihn aus zum Priestertum der Heiligen und schenkt ihm Gnade, sein Amt recht zu verwalten. Als das einzige wahrhaft reinigende Wasser macht er uns frei von der Gewalt der Sünde, heiligt uns zu einem göttlichen Leben und wirkt in uns das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen. Als das Licht offenbarte er uns zuerst unser Verderben, und dann offenbart er an uns und in uns den Herrn Jesus und leitet uns auf den Weg der Gerechtigkeit. Als ein Feuer reinigt er uns von allen Schlacken und lässt zugleich unser geläutertes Wesen in hellem Glanz erstrahlen. Er ist die Opferflamme, durch welche wir imstande sind, unsere Seelen völlig Gott darzubringen zum lebendigen, wohlgefälligen Opfer. Als Tau vom Himmel steuert er unsere Dürre und befruchtet unser Leben. Solcher Morgentau wäre ein lieblicher Anfang des Tages. Als die Taube schwebt er mit Fittichen sanfter Liebe über seiner Arche und über den Seelen der Gläubigen, und als der Tröster zerstreut er die Sorgen und Zweifel, die den Frieden seiner Kinder stören.

Johann Christoph Blumhardt – Ausgießung des Heiligen Geistes

Nicht nur die Welt, auch die gläubige Welt ist einfach zu träge, mit den Verheißungen Gottes ernstzumachen. Ich erwarte eine Ausgießung des Heiligen Geistes. Diese muss kommen, wenn es mit unserer Christenheit anders werden soll. Ich spüre es, so darf es nicht fortgehen. Die ersten Gaben und Kräfte, ach, die sollten wiederkommen, und ich glaube, der Heiland wartet nur darauf, daß wir ihn darum bitten.

Charles Grandison Finney – Das Wirken des Geistes

Nachdem mich der Heilige Geist tiefer denn je ins Gericht geführt hatte, brachte er mich wieder ins Weite und fühlte mein Herz mit tiefem Frieden. Beim Gedanken an meine eigene Sündhaftigkeit gegenüber der Langmut und Liebe Gottes mußte ich oft laut weinen. Die Erfahrungen jenes Winters hatten eine Neubelebung und Stärkung meines inneren Menschen zur Folge, und ich wurde mir der heiligen Vorrechte bewußt, die wir als Kinder Gottes besitzen, wie auch der überschwenglichen Größe seiner Kraft (Eph. 1,19).

Markus Hauser – Mancherlei Gaben, doch nur ein Geist

Ein Christ kann den Heiligen Geist in reicher Fülle haben, ohne eine spezielle Gabe des Geistes zu besitzen. Der Geist teilt einem jeden zu, wie er will. Und er gibt seine Gaben zum gemeinen Nutzen. Die Gemeinde Christi soll dadurch erbaut werden. Wenn ein Wiedergeborener nicht Wunder tun, nicht Kranke gesundmachen, nicht weissagen kann, so ist das nicht ein Zeichen des mangelnden Geistes. Wem der Heilige Geist keine besondere Gabe mitteilen will, der soll sich nicht verkürzt fühlen. Wer besondere Aufgaben im Namen Jesu zu lösen hat, dem teilt der Heilige Geist eine diesbezügliche Gabe mit. Wer aber gegen den Geist stets treu ist, der kann auch ohne besondere Gabe im Reiche Gottes Herrliches wirken. Alle Geistgetauften können und müssen zur Ehre Gottes tätig sein; aber es gibt noch neben den treuen Arbeitern eine kleine Schar auserwählte Rüstzeuge, die als Herolde des Herrn mächtig wirken in der Kraft des Heiligen Geistes. „Ihr seid das Licht der Welt“, sagt Jesus zu seinen Jüngern. Aber nicht alle sind Apostel oder Wundertäter oder des etwas. In allen, die der Heilige Geist erfüllt, ist für Jesus zeugende und für Jesus wirkende Kraft, aber sie haben nicht alle dieselbe Aufgabe. Kalte, tote Herzen werden angefaßt und entzündet, wo sie mit Geisterfüllten in Berührung kommen. Wo aber noch dazu besondere Gaben des Heiligen Geistes sich finden, da ist eine Befähigung und eine göttliche Bestimmung, für das große Ganze des Reiches Gottes zu wirken. Es ist wichtig, daß die Gemeinde des Herrn nicht ohne diese Gaben sei.

Hamann, Johann Georg – Wer den Geist Gottes hat, versteht die Schrift

Wie der Geist Gottes die kleinsten Ordnungen, welche in seinem Dienst gemacht werden, aufgezeichnet und die kleinsten Umstände anmerkt! Es ist eben dies die Art, wie er in unseren Seelen wirkt. Wer den Geist Gottes in sich fühlt, wird ihn gewiß auch in der Schrift fühlen. Wie er die kleinsten Umstände, die uns begegnen, anwendet, um die Menschen zu erbauen, aufzurichten, zu erfreuen, zu trösten und zu warnen! So wahr ist es, daß seine Absicht gewesen, keinen andern als Gläubigen, als wahren Christen durch sein göttliches Wort zu gefallen. Der Ungläubige geht ihn nichts an, er mag so einfältig und so gelehrt sein wie er will. Er ist versiegelt für ihn. Der Gläubige ist sein Vertrauter. Er läßt sich schmecken von dem einfältigsten wie von dem tiefsinnigsten Verstande mit gleicher Wollust, mit gleichem Reichtum, himmlischer Wahrheit und übernatürlicher Gnade.

Johann Albrecht Bengel – Über das Gebet zum Heiligen Geist

In der Heiligen Schrift werden die meisten Gebete an den Vater gerichtet, bei den Evangelisten viele an den Sohn, wie zum Beispiel das Gebet des Stephanus in der Apostelgeschichte und einige Gebete in der Offenbarung. An den Heiligen Geist werden keine gerichtet. Warum? – Weil er ein Geist des Gebets ist. Nichtsdestoweniger darf man zu ihm beten; denn wir sind in seinem Namen nicht minder getauft als in den des Vaters und des Sohnes. Der Geist ist unter den Dreien, die da zeugen im Himmel. Die Ökonomie (die göttliche Haushaltung) des Heiligen Geistes wird anfangen, wenn der Geist der Welt, das ist das Wesen der Welt, in dem der Teufel nistet (1. Kor. 2), im Tausendjährigen Reich abnimmt.