Luther – Zehn Gebote

Ich bin ein neuer Schüler der zehn Gebote Gottes worden, werde nun wieder zu einem Kind und lerne sie von Wort zu Wort und sehe, dass es wahr ist, dass seine Weisheit ohne Zahl ist; und habe angefangen also zu urteilen, dass in den zehn Geboten das Evangelium aufs Kürzeste und im Evangelium die zehn Gebote aufs Reichlichste herausgestrichen werden, auch dass Christus alles das hat, was in Mose stehet, aber Moses nicht alles hat was Christus hat.

Luther – Über Johannes 3,16

Dieser Text ist mir herzlich lieb, denn bereits im l2ten Jahre meines Alters habe ich solche Worte zu meinem Leichentext erwählt, hat mich auch noch nicht gereut. Ich trete mit Freuden auf die Kanzel, so oft ich diesen edlen Spruch erklären und also mir selber die Leichenpredigt halten soll.

Martin Luther – Über die Geschichte

Die Geschichten des Volkes Gottes sind von den Historien und Geschichten aller Heiden also fern zu scheiden, wie fern der Himmel vom Erdreich abgeschieden ist. In den Geschichten der Heiden mag man sehen die Größe oder Kleinheit der Werke; aber in dieser Geschichte ist das einige zu verwundern und zu ehren, nämlich das Wort Gottes, durch welches Leitung und Willen alle Dinge vollendet werden und geschehen. Darum sie auch mit Recht heilige Historien genannt werden, nicht dass sie von heiligen Menschen geschehen, sondern dass sie nach dem heiligen Wort Gottes, welches alle Dinge heilig macht, und durch seinen heiligen Namen, und anstatt Gottes vollbracht werden.

Luther, Martin – Über die Geschichte Israels

Die Geschichten des Volkes Gottes sind von den Historien und Geschichten aller Heiden also fern zu scheiden, wie fern der Himmel vom Erdreich abgeschieden ist. In den Geschichten der Heiden mag man sehen die Größe oder Kleinheit der Werke; aber in dieser Geschichte ist das einige zu verwundern und zu ehren, nämlich das Wort Gottes, durch welches Leitung und Willen alle Dinge vollendet werden und geschehen. Darum sie auch mit Recht heilige Historien genannt werden, nicht dass sie von heiligen Menschen geschehen, sondern dass sie nach dem heiligen Wort Gottes, welches alle Dinge heilig macht, und durch seinen heiligen Namen, und anstatt Gottes vollbracht werden.

Luther, Martin – Staunen über Gott

Dies ist die unbegreifliche und unendliche Barmherzigkeit Gottes, welche Paulus gerne mit überfließenden und reichlichen Worten vorstellen wollte; aber das menschliche Herz kann diese unergründliche Tiefe und den brennenden Eifer der göttlichen Liebe nicht begreifen, viel weniger aussprechen. Ja, die Größe der göttlichen Barmherzigkeit macht, dass wir nicht allein schwer, sondern auch fast gar nicht glauben können; denn ich höre nicht allein, dass der allmächtige Gott und Schöpfer aller Dinge gütig und barmherzig sei, sondern auch, dass die hohe Majestät um mich verlorenen Sünder, um mich, als ein Kind des Zorns und der ewigen Verdammnis, so besorgt gewesen ist, dass sie ihres eigenen Sohnes nicht verschont hat, sondern Ihn in den schmählichsten Tod gegeben, dass Er zwischen zwei Mördern am Kreuze hängend, für mich Verworfenen, ein Sünder und ein Fluch geworden ist, damit ich gesegnet, d. i. gerecht, und ein Kind Gottes würde. Wer ist im Stande diese Güte Gottes genug auszusprechen, selbst die Engel vermögen es nicht?

Martin Luther – Dies Leben

Dies Leben ist nicht ein Leben, sondern eine Mordgrube, dem Teufel unterworfen; wenn wir nun auf Erden leben wollen und müssen, so müssen wir uns auch des erwägen, dass wir Gäste sind, und in solcher Herberge liegen, da der Wirt ein Schalkwirt ist, und sein Haus hat das Malzeichen oder Schild über der Tür: Zum Mord und zur Lügen; denn solch Zeichen und Wappen hat ihm Christus selbst an seine Türe und an sein Haus gehängt.

Luther über Psalm 51

Christus ist unsere Hauptgerechtigkeit, wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden. Weil aber das Fleisch dem Geist entgegen ist, und solchen Glauben hindert, sollen wir ohne Unterlaß bitten, daß er gestärket werde; darnach uns deß befleißigen, daß wir auch äußerlich fromm seien, dem Fleisch nicht folgen, sondern ihm durch den Geist widerstehen. So fern wir das thun, sind wir auch äußerlich gerecht, wie wohl solche Gerechtigkeit uns nicht vor Gott angenehm machet.