Luther über Psalm 51

Christus ist unsere Hauptgerechtigkeit, wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden. Weil aber das Fleisch dem Geist entgegen ist, und solchen Glauben hindert, sollen wir ohne Unterlaß bitten, daß er gestärket werde; darnach uns deß befleißigen, daß wir auch äußerlich fromm seien, dem Fleisch nicht folgen, sondern ihm durch den Geist widerstehen. So fern wir das thun, sind wir auch äußerlich gerecht, wie wohl solche Gerechtigkeit uns nicht vor Gott angenehm machet.

Luther über Psalm 51

Wenn man spricht: die Sünde bleibt im Menschen stecken, so lang er lebt, wie kann er denn gewaschen sein, durch das Blut Christi? Darauf sollst du antworten, daß man den Menschen nicht ansehen soll, wie er an ihm selbst, sondern wie er in dem HErrn Christo ist.

Luther über Psalm 51

Welche keinen Streit des Geistes und des Fleisches wider einander in sich fühlen, die sind nicht wiedergeboren, die haben herrschende Sünde, sie sind Knechte der Sünde und des Satans, und es wäre umsonst und vergebens, wenn sie, die die Sünde also weidlich in sich herrschen lassen, das Verdienst Christi sich wollten zurechnen. Was soll dem das Blut Christi nützen, der es mit Füßen tritt?

Martin Luther – Unglaube

Der verzweifelte Unglaube steckt so tief in uns, daß wir immer in Sorge sind, wir müssen verhungern. Das kommt nur daher, daß wir gewiß wissen wollen, wie uns Gott ernähren will. Wir wollen das Haus voll Korn und die Kasten voll Geld haben und so Gott an Haus und Kasten anbinden, Er aber will frei und ungebunden sein, weder an Zeit, Person, Stätte, noch dieses oder jenes. Man lasse ihn dafür sorgen, wie er uns ernähren will. Er wird wohl Korn und Geld geben und Zeit und Maß wohl treffen; du denke nur: ich will heute arbeiten, werde schon dabei sehen, woher er’s gibt; morgen wieder ebenso. Dann wirst du bald inn werden, daß er dich ohne deine Sorge ernährt.

Martin Luther – Taufe

Meine Taufe bleibt, gleichwie die Sonne allzeit bleibt. Falle ich in den Dreck, daß die Augen nicht sehen können, so bleibt doch die Sonne, und wenn ich die Augen gewaschen habe, sehe ich sie wieder. Wenn ich in einen Keller gehe, bleibt dennoch die Sonne; ich bin nur davon gegangen; gehe ich wieder heraus, so finde ich sie wieder.

Martin Luther – Ein so groß, herrlich Ding.

Die Taufe ist ein so groß, herrlich Ding, das nimmer genugsam auszusprechen noch zu begreifen ist, ja herrlicher denn der ganze Himmel und Erde. Denn daß die göttliche Majestät da gegenwärtig ist und daran ihr höchstes Werk tut, geschieht alles daher, daß Gott seinen Namen dahin setzt. Darum soll ich nicht die liebe Taufe verachten und lästern lassen, sondern sie hochheben und ehren, als ich Gottes Namen und Majestät schuldig bin zu ehren.

Ein jeglicher Christ hat sein Leben lang genug zu lernen und zu üben an der Taufe; denn er hat immerdar zu schaffen, daß er fertiglich glaube, was sie zusagt und bringt. Es ist so überschwenglich, daß, wenn’s die blöde Natur bedenkt, sollt sie zweifeln, ob es könnte wahr sein. Denn rechne du: wenn irgendein Arzt wäre, der die Kunst könnte, daß die Leute nicht stürben oder, ob sie gleich stürben, danach ewig lebten, wie würde die Welt mit Geld zuschneien und regnen, daß vor den Reichen niemand könnte zukommen! Nun wird hier in der Tauf jedermann umsonst vor die Tür gebracht ein solcher Schatz und Arznei, die den Tod verschlingt und alle Menschen beim Leben erhält.

Deute die Worte Christi, wie du willst, so haben wir, daß die Kinder sind zu Christo zu bringen und man ihnen nicht wehren soll. Und wenn sie zu ihm gebracht sind, so zwingt er uns zu glauben, daß er sie segne und ihnen das Himmelreich gebe. Nicht weniger will uns gebühren zu glauben, wenn sie zu ihm gebracht sind, daß er sie herze, seine Hand auf sie lege, sie segne und den Himmel gebe. Wer will dawider so kühn sein und die Kindlein nicht zur Taufe kommen lassen?