Bucer, Martin – Kirche

Wir sind Gott- und Christgläubig, nicht Kirchgläubig.

Wo man das Wort Gottes lauter prediget und gern hört, da man Christo untertänig ist, da man Christum erkennt als ein Haupt, da glaube ein jeder, dass eine Kirche sei.

Das Ende aller Kirchenübung ist Erbauung des Glaubens an Christum.

Irenäus – Die Kirche

Die Kirche bewahrt Botschaft und Glauben, wie sie empfangen hat, obwohl sie über die ganze Welt zerstreut ist, sorgfältig, als ob sie in einem Hause wohnte, glaubet so daran, als ob sie nur eine Seele und ein Herz hätte, und verkündet und überliefert ihre Lehre so einstimmig, als ob sie nur einen Mund besäße. Und wenngleich es auf der Welt verschiedene Sprachen gibt, so ist doch die Kraft der Überlieferung ein und dieselbe. Die in Germanien gegründeten Kirchen glauben und überliefern nicht anders als die in Spanien oder bei den Kelten, die im Orient oder in Ägypten, die in Libyen oder in der Mitte der Welt. So wie Gottes Sonne in der ganzen Welt eine und dieselbe ist, so dringt auch die Botschaft der Wahrheit überall hin und erleuchtet alle Menschen, die zur Erkenntnis der Wahrheit kommen wollen. Es ist ein und derselbe Glaube, ihn kann nicht vermehren, wer viel zu reden versteht, nicht vermindern, wer wenig spricht.

Friedrich von Bodelschwingh – Die dienende Kirche

In der Schule des Meisters darf die Kirche immer wieder beides lernen: richtig sehen und gründlich helfen. Das sehende Auge und die helfende Hand werden regiert von einem Herzen, das alles trägt und alles glaubt und alles hofft. Denn in ihm brennt das Feuer heiliger Liebe. Das sind die Kräfte der Inneren Mission. Nichts anderes will sie sein als das sehende Auge und die helfende Hand der Gemeinde Christi.
So steht sie mit ihrem Werk mitten in der Welt. So wird sie eine bescheidene Wegbereiterin für das Gottesreich, auf das wir hoffen. Die dienende Kirche möchte gerne eine Kirche der stillen Leute sein. Die dienende Kirche möchte eine Kirche der kleinen Leute sein. Die dienende Kirche möchte gern eine Kirche der wahrhaften Leute sein. So möchte die dienende Kirche eine Kirche der tapferen Leute sein.

Azariah Vedanayagam – Von der Kirche

Was auch immer das Christentum sein mag, es ist auf jedem Fall keine selbstsüchtige Religion. Es wurde begründet durch einen, der andern geholfen hat und sich selbst nicht helfen konnte. Es gibt kein Evangelium, zu dem nicht das Bekenntnis gehört. Es gibt kein Christenleben, das nicht darauf aus ist, andere zu retten. Wenn die Kirche zu dieser apostolischen Weise der Verkündigung zurückfindet, werden apostolische Ergebnisse die Folge sein. Oh, daß doch in unsern Kirchen ein apostolischer Eifer ausgegossen werde! In vielen, vielen Bezirken, Missionen und Kirchen ist die Erweckung, die notwendigt ist, die Erweckungevangelistischen Eifers. „Jeder Abendmahlsberechtigte ein Zeuge!“, das sollte die Losung in allen Kirchen sein.

Bernhard von Clairvaux – Die Kirche

Von dem Zustande und der Vollendung der Kirche hängt das Ende aller Dinge ab. Nicht eher wird Gottes Lob in höchster Weise gepriesen werden, als bis alle Heiligen kommen und im Angesichte der Engel singen: Wir freuen uns der Tage, da Du uns geschlagen, der Jahre, da Du uns hast leiden lassen! Solche Art des Frohlockens lernt der Himmel nur durch die Söhne der Kirche kennen. Es kann nur sein, wo es vorher gefehlt hat. Erwünscht kommt nach der Traurigkeit die Freude, nach der Arbeit die Ruhe, nach dem Schiffbruch der Hasen. Allen gefällt die Sicherheit, am meisten aber denen, die zuvor in Furcht lebten. Lieb ist wohl Allen das Licht, aber am liebsten dem, der lange in finsterer Nacht wandelte. Doppelt groß erscheint das Gnadengeschenk des Lebens, wenn man vom Tode zum Leben hindurchgedrungen ist.

Hermann Bezzel – Der Kirche Fundament

„Allein aus Gnaden!“ — das ist der Artikel, von dem man nicht weichen kann, mit dem die Kirche steht und fällt, den unsere Kirche geradezu den Kern der Frucht heißt. Es ist dieser Artikel der Grund, auf dem unsere ganze Kirche steht. Man kann ihr alles nehmen, wenn nur der Artikel bleibt, dem alle anderen sich unterstellen müssen: „Allein aus Gnaden, allein durch Christum!“

Der Heilige Geist will uns als einzige Wahrheit in das Herz geben, welch ein Reichtum es sei, mit Jesu eins zu werden.