Muß nicht Gott, der heilige und erhabene Gesetzgeber, heftig erzürnt werden, wenn er sieht, wie du, Wurm des Staubes und der Eitelkeit, seinem Befehle nicht gehorchest, seine Majestät beschimpfest, seiner Wohlthaten vergissest, und dich weder um die Ermahnungen seiner Diener, noch um seine unsichtbare Gegenwart kümmerst? Und mußt du nicht erschrecken, daß du, obwohl dem Tode immerdar ausgesetzt und täglich sterbend, dich dennoch gegen deinen Herrn und Gott, den allmächtigen und unaussprechlich großen Gott, so oft vergangen hast und noch vergehst? Was bist du denn? Eine Blume, die aufblühet und bald zertreten wird; ein Schatten, der eilend davon flieht. Und du kannst noch aufgeblasen und stolz sein? Ach daß du dich doch hassen, daß du dich selbst strafen, daß du deine Seele beugen möchtest vor dem reinen und heiligen Gott! Was du vor frommen und weisen Menschen nicht zu reden wagst, das wage vor ihm nicht einmal zu denken; denn vor Gott sind Gedanken des Herzens, was vor Menschen Worte des Mundes.