Charles Vince – Die Sünde

Die Sünde macht keine Schulden, welche die Gnade nicht überreichlich hinwegnimmt.
Die Sünde entstellt keine Schönheit, die die Gnade nicht herrlicher wieder erneuert.
Die Sünde verliert keine Seligkeit, die die Gnade nicht überschwänglich wieder erstattet.

Henry Martin – Die Werkzeuge der Christen

Ein Arbeiter würde sich in der Zeit der Not lieber von allem anderen, als von seinem Handwerkszeug trennen, denn wenn er das verliert, so verliert er alles. Das Lesen des Wortes Gottes und das Gebet sind die Werkzeuge des Christen; ohne sie ist er hilflos. Wie kommt es denn, dass er, wenn die Zeit drängt, beides so sehr unterlässt oder abkürzt? Was ist das anders, als sein Werkzeug verkaufen? Wenn es etwas zu tun gibt, wenn ich etwas ungeschehen lassen muss: ich will doch anhalten am Gebet.

Daniel Baker – Gotteswechsel

„Gott der Königin Klothilde,“ rief der ungläubige Clovis I. von Frankreich aus, als er sich auf dem Schlachtfelde in Not befand: „Gott der Königin Klothilde! verleihe mir den Sieg!“ Warum rief er nicht seinen eigenen Gott an? Von Saunderson, der Isaak Newtons Talente sehr bewunderte, es aber in gesunden Tagen sehr leicht mit der Religion nahm, wird erzählt, dass er auf seinem Sterbebett in großer Verzagtheit ausgerufen habe: „Gott Sir Isaak Newtons, erbarme Dich meiner!“ Warum in der Sterbestunde dieser Wechsel der Götter?

Thomas Watson – Die Sünden der Frommen

Die Sünden der Frommen werden dadurch schwerer, dass sie gegen klarere Erkenntnis sündigen, als die Gottlosen. Sie gehören zu denen, die sich gegen das Licht auflehnen. Licht wird hier als Bild der Erkenntnis genommen. Es ist nicht zu leugnen, dass die Gottlosen wissentlich sündigen; aber die Frommen haben mehr Licht als andere Menschen, solch göttliches, durchdringendes Licht, wie kein Heuchler es erlangen kann. Sie haben bessere Augen als andere, um Sünde sehen zu können, und wenn sie sich mit der Sünde einlassen und den Dunghaufen lieb gewinnen, so muss Gott gereizt werden. O, darum flieht die Sünde, die ihr Gottes Volk seid; eure Sünden sind größer und wiegen schwerer als die Sünden der Unwiedergebornen.

Samuel Crook – Der Heuchler

Der Heuchler dient Gott nur, wenn es ihm passt. Er bemüht Gott nicht, es sei denn, dass Gott ihn bemüht. In Gesundheit, Reichtum rc. kann er sich selber trösten. Er betet nie, es sei denn, dass er in Trübsal ist, aber dann sucht er Gott gern auf. Hos. 5, 15. Wenn Gott ihn angerührt hat, macht er Gott mit seinem Elend bekannt, aber wenn wieder bessere Zeiten kommen, schließt er Gott von seinen Freuden aus.

John Willison – Der Einfluss Christi

O, wie lieblich sind die Wirkungen des Regens auf schmachtende Pflanzen, indem sie grün und schön, lebendig und stark, duftend und wonnig werden! So sind die Wirkungen der Einflüsse Christi den dürren Seelen, indem sie erleuchtet und belebt, befestigt und gekräftigt, verklärt und verschönt werden.

Ralph Robinson – Christus der Bergungsort

Gottes Kinder erfahren oft, dass die Stätten ihres Schutzes Stätten des Verderbens sind. Wenn nun alle Plätze täuschen, Christus täuscht uns nicht. Sieh‘, wie es David erging: Ps. 142,4.5. „Aber als Ziklag als Zufluchtsstätte verloren war, so war doch der Heiland nicht verloren; er stärkte sich in dem Herrn, seinem Gott.“ (1 Sam. 30,6.) Es ist eine mächtige Ermutigung für Gläubige, dass Christus ein Bergungsort ist.

1. Er ist ein sicherer und starker Bergungsort (Jes. 33,16); Christus ist ein Felsen, und wer in Christo ist, ist in einer Felsenfestung.
2. Er ist ein großer Bergungsort; in Ihm ist Raum genug für seine Erwählten.
3. Er ist ein Bergungsort sowohl für die Seele wie für den Leib.
4. Er hat es unternommen, uns zu verbergen; Gott hat alle seine Erwählten Christo anvertraut, damit Er sie verberge.

James Large – Aus Zeiten der Verfolgung

Zur Zeit der Verfolgung hatte sich in Nithsdale im Hause eines Hirten eine kleine Anzahl versammelt, um sich vom Prediger Peden das Wort Gottes erklären zu lassen. Während des Gottesdienstes ließ sich das Blöken eines Schafes vernehmen. Das Geräusch störte die kleine Versammlung, und der Hirte sah sich genötigt, hinauszugehen, um das Schaf wegzutreiben. Als er draußen war und seine Augen aufhob, sah er in der Entfernung berittene Soldaten, die auf das Dorf zugesprengt kamen. Er eilte zurück, um Bescheid zu geben. Sofort zerstreuten sich die Anwesenden und verbargen sich, so gut sie konnten. Peden selbst begab sich nach einer Felskluft, der Höhle von Garrickfells, und bald sagte ihm das Pferdegetrampel und das Waffengeklirr, dass die Verfolger nahe waren. Aber er saß in seiner Felskluft unbeweglich und sicher, und durch eine Öffnung sah er sie davon galoppieren, die keine Ahnung davon hatten, dass der, dessen Leben sie suchten, so nahe war.

Thomas Brooks – Kauft Wahrheit

Salomo fordert uns auf, die Wahrheit zu kaufen, aber er sagt uns nicht, was sie kostet, weil wir sie erwerben müssen, ob sie auch noch so teuer wäre. Wir müssen sie lieben, ob sie leuchtet oder brennt. Jedes Teilchen Wahrheit ist köstlich wie Goldstaub; wir müssen damit leben und dafür sterben. Wie Ruth zu Naemi sagte: „Wo du hingehst, da“ rc. (Ruth 1,16,17); so müssen begnadigte Seelen sagen: „Wo die Wahrheit hingeht, da will ich auch hingehen, wo sie bleibt, da bleibe ich auch.“ Ein Mensch kann ungehindert sein Haus, sein Land, seine Juwelen verkaufen; aber die Wahrheit ist ein Juwel, der alles übertrifft, und darf nicht verkauft werden; sie ist unser Erbe: „Deine Zeugnisse sind mein ewiges Erbe“ (Ps. 119,111). Sie ist ein Legat, welches unsere Vorväter mit ihrem Blute erkauft haben, und das sollte uns bereit machen, alles um ihretwillen darzulegen, damit wir mit dem reichen Kaufmann im Evangelio (Mt. 13,45) die köstlichste Perle erstehen, die mehr wert ist als Himmel und Erde, und mit welcher ein Mensch glücklich leben, im Frieden sterben und ewig herrschen kann.