Vor den Werken muss erst der Glaube beurteilt werden. Ich kann nicht zeigen, dass Derjenige, welcher Werke der Gerechtigkeit ohne Glauben tut, lebendig gewesen sei; aber wohl, dass der Gläubige, auch ohne Werke, gelebt und das Himmelreich erlangt habe; Niemand hat das Leben ohne den Glauben. Der Räuber glaubte nur und wurde gerechtfertigt von dem barmherzigen Gott. Wende mir nicht ein, es habe ihm die Zeit gefehlt, gerecht zu leben und gute Werke zu tun; denn dagegen streite ich nicht, sondern nur Das will ich behaupten, dass der Glaube allein und an sich selig macht. Denn wenn er länger gelebt hätte und im Glauben und in den Werken nachlässig gewesen wäre, so wurde er des Heiles verlustig gegangen sein. Darum aber handelt es sich jetzt, dass der Glaube allein selig macht; Werke an sich haben noch Niemand gerechtfertigt (aus der Schrift: vom Glauben und Gesetz).