„Es sei aber ferne von mir rühmen, denn allein von dem Kreuz unsers Herrn Jesu Christi, durch welchen mir die Welt gekreuzigt ist, und ich der Welt. (Gal. 6, 14.).“ Du siehst, dass der Apostel sich nicht rühmt über seine Gerechtigkeit, Keuschheit und Weisheit, noch über andere Tugenden und Handlungen, sondern passend ausspricht: Wer sich rühmt, der ruhme sich im Herrn. Denn wer kann sich mit Recht über seine Keuschheit rühmen, wenn er in der Schrift liest: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, Der hat schon die Ehe gebrochen in seinem Herzen? Daher sagt auch der Prophet: Wie kann sich Jemand rühmen, dass er ein reines Herz habe! Oder wer kann sich rühmen über seine Weisheit, wenn er Christum sieht! wenn er vernimmt: Weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch törichte Predigt selig zu machen Die, so daran glauben (1 Kor. 1, 21.); ferner: Was töricht ist vor der Welt, Das hat Gott erwählt, dass es die Weisen zu Schanden mache (1 Kor. 1, 27.). Wer aber möchte sich gar seiner Gerechtigkeit rühmen, wenn er hört das Wort des Propheten: Alle eure Gerechtigkeit ist wie ein unflätig Kleid (Jesaias 64, 6.)? Der allein rechte Ruhm ist demnach der im Glauben des Kreuzes Christi, welcher allen Ruhm über des Gesetzes Werke ausschließt (zum Briefe an die Römer).