Philipp Matthäus Hahn – Hören und Tun

Hören und Tun

Die ersten Regungen des ewigen Lebens empfangen wir durchs Gehör oder durchs Lesen, durchs Betrachten und Nachdenken der geoffenbarten Liebe Gottes; durchs Tun aber wird das ewige Leben in unserm Fleisch erst lebend gemacht.

Die ersten Strahlen der Gnade sind vergänglich und vorübergehend, wenn man sie nicht durch Treue und Verleugnung der Trägheit seines Fleisches in das Tun einführt. Der Tod ist eine Trennung des Fleischeswillens von dem Geisteswillen, da das Fleisch dem Geist nicht untertan sein will; das ewige Leben ist aber das Gegenteil, wenn nämlich der äußerliche Mensch mit seinen Gliedern, Kräften und Willen dem Geisteswillen untertan wird. Durch oft wiederholtes Tun müssen wir das Tun lernen und anfangs uns oft zwingen, bis uns zur Natur und Gewohnheit werde, nach dem Bilde Gottes zu wandeln und an dem Nächsten in allen Umständen seinem Bedürfnis nach zu handeln wie der Samariter. Da ist das ewige Leben alsdann herrschend in uns. Der Same Gottes, der neue Mensch, aus Gott geboren, hat einen unverweslichen Leib und Bestandwesen aus den unser Fleisch durchscheinenden Lichtskräften Gottes erlangt, so dass den aus dem göttlichen Samen des Wortes mitten im Fleisch aufgewachsenen neuen Menschen kein Tod töten und keine Hölle auflösen kann.

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