Jean Paul – Erinnerung an Gottes Wirken

Er hat so gedacht: Jetzt solang ich frisch und gesund bin, hellen Geists und warmen Herzens, will ich die besten Gedanken, die mir kommen, die seligsten Erfahrungen, die ich machen darf, die schönsten Stunden, die ich verleben darf, aufschreiben so gut ich kann; und dann wann ich einmal müd und matt, krank und elend bin an Geist und Leib, wann meine letzten Tage und Stunden kommen und ich nicht mehr in meinen Gedanken mich aufschwingen kann zu Gott, dann will ich mir dieses Büchlein wieder vorlesen lassen; vielleicht ich kann mich dann selber trösten mit dem, was ich einst in besseren Stunden mit frischer Seele und freudigem Geiste gefühlt, gedacht, erfahren, erlebt und niedergeschrieben habe.

Jean Paul Fr. Richter, „Erinnerungen aus den schönsten Stunden für die letzten.“

Luther, Martin – Auferstehung

„So ist denn die eine Hälfte schon geschehen, ja weit über die Hälfte, nämlich dass wir geistlich schon auferstanden sind, nach dem besten Stück an uns, also die Seele ihr Teil hinweg hat, und mit Christo im Himmel ist, und nur noch die Hülse und Schale hienieden bleibt, aber um des Hauptstücks willen auch hinnach fahren muss. Denn weil die Seele durch den Glauben bereits im neuen himmlischen Leben ist, und nicht sterben noch begraben werden kann, so haben wir nicht mehr zu warten, denn dass diese arme Hülle auch neu werde, weil das Beste droben ist, und das Andere nicht hinter sich lassen kann“