Hermann Bezzel – Christus: Der Weg

„Ich bin der Weg!“ — Es geht nie anders in die Bleibe-Stätte als durch den völligen Zusammenschluß deines Willens mit dem Willen Jesu, und du kommst nie zum Frieden, bis du ganz mit ihm eins geworden bist.

Es ist kein Ort des Schreckens und des Grauens, kein Tal der Tränen und des Leides, die ER nicht durchmessen und durchkostet hätte.

Es ist etwas Großes, in einer Welt der Ungewißheit seines Weges- und Zieles gewiß zu bleiben. Jeder Weg ist mir recht, auf dem ich Jesus weiß; jede Arbeit ist mir teuer, die ich für Jesus tue, jede Heimsuchung mir wert, wenn und weil sie von Jesus kommt.

Hermann Bezzel – Christus: Das Licht

„Ich bin das Licht der Welt!“ — Alle andern Lichter werfen einen unsicheren Schein in uns hinein, hinter dem sich noch eine Menge von Unrechtem verbergen kann.

Treue Seelsorge geht auch nur bis zu einem gewissen Punkt deines Innenlebens, soweit du dich ihr eben zu erkennen gibst oder sie dich nach ihren Erfahrungen erforschen kann. Aber Jesu Seelsorge, weil er das Licht ist, zeigt sich am meisten in der Dunkelheit deines Wesens, in den verborgenen Falten deines Charakters, gibt dir im Innersten ein ganz anderes Bild. Das ist die echte Beichte, daß man Jesum, das Licht der Welt, hinein in sein Innerstes fallen läßt. Wir haben nicht mehr viel Zeit, wir sterben sonst an der Unkenntnis unserer selbst.

Hermann Bezzel – Christus das Brot

„Ich bin das Brot des Lebens!“ — Alle, die dieses Wortes nicht froh werden wollen, werden an Heißhunger vergehen. Sie suchen und finden nicht; sie verlangen und bekommen nicht. Wer aber zu diesem Brote in großer Not und bitterster Entbehrung Zuflucht nimmt, hört: „Ich will dich erquicken!“ Wer dieses Brot ißt, indem er im Glauben die ganze Armut Jesu als ihm zugut geworden erfaßt und erfährt, den wird nimmermehr hungern. Halte dich an diese Speise! Glaube an den armen Jesus, daß er dich reich, an den einsamen, daß er dich freudig mache! Halt im Gedächtnis Jesum Christum, daß du von ihm lebst! Wer von ihm lebt, der lebt durch ihn. Ihr dürft es gewiß glauben: es geht der Tod an denen vorüber, die des Herrn froh geworden sind, und die dies Brot auf ihrer Wallfahrt essen, die werden am Ende reich gesättigt sein. Kommt, sehet, schmecket, wie freundlich der Herr ist, der die Hungrigen mit Gütern füllet! Kommt und braucht von diesem teuren Brot, dann werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen, Kraft für euren Weg bis ans Ende und die Gewißheit, daß auch der letzte, schwere Gang in der Kraft des Herrn vollendet werden darf.