Aloys Henhöfer – Über seine Bekehrung

Mein Gebet und Seufzen wurde erhört. Viel, viel hat Gottes Gnade um diese Zeit im Stillen getan an meinem Herzen. Gottes Wort wurde mir lebendig wie ein zweischneidig Schwert, das Mark und Bein durchdrang. Ein neuer Eifer, ganz anders zu werden, belebte mein Inneres. Von dieser Zeit an wurde mir die Heilige Schrift meine tägliche Lektüre, ich lernte viel auswendig und verglich immer gelehrter und frommer Männer Auslegung und Erklärung.

Aloys Henhöfer – Aus einer Predigt

Seht, in meinem Garten steht ein Holzbirnenbaum. Wenn ich nun dem Holzbirnenbaum alle Tage sage: Holzbirnenbaum, du mußt Bergamottenbirnen bringen, so sagt der Holzbirnenbaum: Ach, du bist ein dummer Pfarrer! Ich bin ja ein Holzbirnenbaum, wie kann ich den Bergamottenbirnen bringen? Gezweigt muß der Baum werden, ein neues Reis muß er kriegen, sonst nutzt alles Predigen nichts. So ist’s, wenn man den Leuten Moral predigt und keinen Glauben, das heißt vom Holzbirnbaum Bergamotten verlangen. Gezweigt muß der Mensch werden, neues Leben von oben kriegen und anwachsen lassen, dann gibt’s, will’s Gott, gute Frucht.

Otto Vilho Aarnisalo – Er hat unsere Schwachheit auf sich genommen.

Nur aus dieser Liebe leben wir und bekommen Kraft und Verantwortung. Nur diese Liebe tut Möglichkeiten auf. Die Frage ist nicht: Wer macht es? sondern: „Wer sendet in die Arbeit? Jesus ist der Herr über alles. Wenn man ihn lehrt und wenn er gekannt wird, trägt Gott alle unsere Sorgen. Man muß lernen und lehren und dann gibt Gott das Wachsen. Christus war mehr als ein Lehrer, er war als Heiland der Sieger. Er ging nicht in den Tod als ein König, der seine Herrschaft verlor, sondern um seine Herrschaft zu empfangen. Wir haben einen regierenden Herrn, weil der Hauptkampf durchkämpft und der Sieg erstritten ist.

Rudolf Kögel – Aus einer Abendandacht kurz vor seinem Tod.

Morgen ist das Evangelium aller Evangelien dran: „Jesus nimmt die Sünder an und ißt mit ihnen.“ Gott erhalte unter uns das Wort, das die Gottlosen gerecht macht, er erwecke das Gebet, das nach Gerechtigkeit hungert, ein Herz für den, der das zerstoßene Rohr nicht zerbricht und den glimmenden Docht nicht auslöscht. Die Barmherzigkeit, die das verlorene Lamm nach Hause trägt, rühmt sich wider das Gericht, und wo die Sünde mächtig geworden ist, will die Gnade noch viel mächtiger sein. Amen.