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Kategorie: Hugo von St. Victor

Hugo von St. Victor – Die Gaben Gottes

Hugo von St. Victor – Die Gaben Gottes

O meine Seele, wie viel hat dir dein Bräutigam gegeben! Blicke hin auf diese Welt, zeigt nicht alles Geschaffene die Bestimmung, deinen Nutzen zu fördern und in lieblichem Wechsel dir immerdar Freude zu bereiten? Siehe, meine Seele, und bedenke es sorgfältig, daß dein Schöpfer, Freund und Bräutigam das ganze Weltgebäude dir zum Dienste geordnet hat. Die Engel reinigen und entzünden dein Herz, erleuchten und bilden deinen Verstand, vervollkommnen und bewahren deine Person. Eine große Würde ist es, solche Lehrer, Tröster…

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Hugo von St. Victor: Bibellese

Hugo von St. Victor: Bibellese

Das Lesen (der heiligen Schrift) dient zum Beten und zum Arbeiten; es giebt die Weisung, wie man ein beschauliches, wie man ein thätiges Leben führen soll. (Super Regul. D. Augustini c. 9.) Aber vergeblich wirst du lesen, wenn du nicht mit Lust und Liebe liest. lib. 4. de anima cap. 9. Das Lesen darf dir nicht zum Ekel werden, sondern zur Freude. lib. 5. didasc. cap. 7 Die heilige Schrift ist wie ein öffentlicher Lehrer, der immer unter dem Volke…

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Hugo von St. Victor: Bibellese

Hugo von St. Victor: Bibellese

Zwiefach ist der Nutzen des Bibellesens: es erleuchtet mit Kenntnissen den Verstand und befördert gute Sitten; es lehrt, was zu wissen ergözt, und was zu befolgen heilsam ist… Die ganze heilige Schrift zielt dahin… Sehr nützlich ist das Lesen der heiligen Schrift; denn dadurch lernt man, was zu fliehen, was zu thun ist, wohin wir zielen müssen. (In praenuntiationibus elucid. de Script. cap. 13.)

Hugo von St. Victor: Schöpfung

Hugo von St. Victor: Schöpfung

Welch eine herrliche Zierde der Natur, das vielfache Farbenspiel! Was ist schöner als das Licht, das, obschon selbst ohne Farbe, doch allen Dingen gleichsam die Farbe giebt? Was macht das Leben angenehmer, als der heitere Himmel, wenn er glänzt wie Sapphir, und mit freundlicher Klarheit den Blick anzieht und mild das Auge fesselt? Die Sonne funkelt wie Gold, des Mondes heller Schein ist dem Bernstein gleich, manche Sterne senden einen Flammenstrahl, andere schimmern in rosigem Lichte, noch andere spielen ins…

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Hugo von St. Victor: Die Eitelkeit der Dinge

Hugo von St. Victor: Die Eitelkeit der Dinge

Sage mir, was siehst du? Ich sehe Leute auf Schiffen fahren. In tiefer Stille ruht das Meer, die Luft ist heiter, sanft und günstig wehen die Winde. Man speist in den Schiffen, man singt zu Leiern, Flöten und Cithern allerlei schöne Gesänge. Das Wasser selbst tönt den Klang zurück, und die Fische des Meeres kommen in Schaaren herbei, um durch ihr Spiel die Freude noch zu vermehren. Aber nun verfolge einmal den Lauf der Schiffe und sage mir, was siehst…

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Hugo von St. Victor: Vom Lauf der Dinge

Hugo von St. Victor: Vom Lauf der Dinge

Einiges in der Welt ist erst jüngst entstanden, Anderes schon längst untergegangen; Einiges hat die Mitte erreicht, Anderes ist im Beginnen; Alles aber fließt dahin und strebt nach einem gemeinsamen Orte. O großer Strom, wohin rauschest du? Eine geringe Quelle ist dein Anfang, du läufst und wächsest, und wirst wieder verschlungen. O Quelle, die nie versiegt, o Lauf, der nie ruht, o Abgrund, der nie erfüllt wird! Die Eitelkeit gebiert’s, die Sterblichkeit reißt es fort, und Alles verschlingt der unersättliche…

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Hugo von St. Victor: Gebet

Hugo von St. Victor: Gebet

Unser Elend und Gottes Erbarmen sind zwei Flügel, auf denen sich unser Gebet zum Himmel emporschwingt. Bedenken wir zuvörderst, wie kurz unser Leben, wie schlüpfrig der Weg, wie ungewiß die Stunde des Todes ist. Bedenken wir, daß wir weinend in dies Leben traten, mit Schmerz darin wandeln, mit Jammer davon scheiden werden. Bedenken wir, mit welchen Bitterkeiten Alles, was auch noch so reizend erscheint, untermischt, und wie trügerisch und verdächtig ist, was die Weltliebe gebiert. Denken wir an die unzähligen…

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Hugo von St. Victor: Liebe

Hugo von St. Victor: Liebe

Die Liebe erleuchtet die Vernunft, reinigt das Gewissen, erheitert das Herz; die Liebe zeigt Gott. Eine Seele, in der die Liebe wohnt, wird vom Stolze nicht aufgeblasen, vom Neide nicht verzehrt, vom Zorne nicht zerrissen, vom Geize nicht verblendet; immer ist sie rein und keusch, ruhig und fröhlich, friedlich, gütig und bescheiden. In wem Gottes Liebe wohnt, der denkt immer, wie er die Welt verlassen, wie er zum Himmel gelangen, wie er den wahren Frieden finden könne. Mag er gehen,…

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Hugo von St. Victor: Liebe

Hugo von St. Victor: Liebe

Es ist etwas Großes um die Liebe. Es verliert, was er lebt, wer nicht liebt. Wo die Liebe eintritt, da gewinnt sie alle andern Empfindungen und nimmt sie gefangen. Die Liebe genügt und gefallt um ihrer selbst willen, sie ist Verdienst und Lohn, Same und Frucht zu gleicher Zeit. Die Liebe macht aus zweien Einen Geist, bewirkt, daß sie dasselbe wollen und dasselbe nicht wollen. Die Gott liebende Seele wird von Sehnsucht getragen und gehoben, sie schwingt und stiehlt sich…

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