Hildebert von Tours – Der Tag des Herrn

Hildebert von Tours – Der Tag des Herrn

Mit dem Tode hören die menschlichen Tage auf und der Tag des Herrn beginnt, von dem geschrieben steht, er komme wie ein Dieb in der Nacht. Was zaudern wir nun hier zu wirken, um im Vaterlande Miterben Christi sein zu können? Hier ist der Kriegsdienst, dort wird der Sold gegeben; hier wird gestreut, dort soll geerntet werden. Die Zeit aber ist kurz, wie der Apostel sagt, denn das Wesen dieser Welt vergehet. Es wartet der Herr, der gesprochen: Ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß sich der Gottlose bekehre von seinem Wesen und lebe! er wartet, daß wir Buße thun sollen. Doch ach wir schlafen, wir haben den Himmel vergessen! Ein Traumleben führen wir, das uns mancherlei Reichthümer vorspiegelt, aber wenn die Todesstunde kommt, werden wir erwachen und mit Schrecken gewahren, wie alles weltliche Glück Täuschung war, und wie wir nackt und bloß davon müssen. O daß wir doch jetzt schon von dem Schlafe der Vergessenheit munter würden! Wache auf, der du schläfst, spricht der Apostel, und stehe auf von den Todten, so wird dich Christus erleuchten!

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