Alkuin — Bekehrung

Alkuin — Bekehrung

Was zögerst du, o Sünder, dich zu bessern? Kehre um und thue Buße. Morgen, sprichst du, will ich mich bekehren. Warum nicht heute? Du sagst: Mein Leben kann noch lang sein. Ich spreche: Ist es lang, so sei es gut, ist es kurz, so sei es auch gut. Wer wollte doch gern ein langes Uebel tragen? Kaufst du ein Haus, so verlangst du ein gutes; fuchst du eine Gattin, so begehrst du eine gute; wünschest du dir Kinder, so möchtest du gute haben; und bei alle dem liebst du ein schlechtes Leben! Du sprichst: Morgen, morgen will ich mich bekehren. O Rabenstimme! die Taube kam wohl wieder zur Arche, aber der Rabe blieb aus. Willst du dann dich erst bekehren, wenn du nicht mehr sündigen kannst, so haben dich wohl die Sünden verlassen, aber du hast sie nicht verlassen. Wer die Zeit der Gnade hier verlor, wird in der Ewigkeit keine Gnade mehr finden.

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