Bernhard von Clairvaux – Toter Glaube

Bernhard von Clairvaux – Toter Glaube

Ich kann dich nicht rechtschaffen nennen, wenn du nur nicht gegen das Gebot verstößt. Was ist der Glaube, der sich nicht in Liebe betätigt, anders als ein entseelter Leichnam. Ehrt man etwa Gott mit toten Werken? Was wunderst du dich, o Kain, wenn Gott auf dein Opfer nicht gnädig sieht? Wie kannst du rechtschaffen sein, du, dessen Glaube tot ist, dessen Werke ebenfalls tot sind? Der Tod des Glaubens aber ist Trennung von der Liebe. Glaubst du an Christus? Tue Werke Christi, damit dein Glaube lebe. Wenn du sagst, dass du in Christo bleibst, musst du auch wandeln, wie er gewandelt hat. Wenn du aber eigene Ehre suchst, andere beneidest oder verkleinerst, dem, der dich kränkt, mit gleichem vergiltst, so hat Christus dergleichen nicht getan. Du bekennst also Christus mit dem Munde, mit der Tat aber verleugnest du ihn, und dir gilt das Wort: Dieses Volk ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir!

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